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Parents for Future

Dominik Dörrie

Eltern rufen zu mehr Engagement für Klimaschutz auf

Holzminden, Hannover (epd). Die Initiative «Parents for Future» in Niedersachsen ruft Erwachsene zu mehr politischem Engagement für den Klimaschutz auf. Mit den Schulstreiks am Freitag hätten die Kinder eine Initialzündung dafür gegeben, sagte Mitinitiator Dominik Dörrie dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Hannover. Die Eltern lernten
bereits von ihrem Engagement. Dennoch gebe es noch «Luft nach oben».

Seit einigen Wochen haben sich in Deutschland und anderen Ländern Erwachsene zusammengetan, um die Schülerproteste unter dem Motto «Friday for Future» zu unterstützen. An diesem Freitag wollen Schüler in sieben niedersächsischen Städten erneut für mehr Klimaschutz demonstrieren.

In Niedersachsen hatte Dominik Dörrie aus Bevern bei Holzminden Anfang März in den sozialen Medien zur Eltern-Vernetzung aufgerufen. Mittlerweile sind nach Angaben des selbstständigen IT-Beraters mehr als 20 Ortsgruppen mit insgesamt rund 500 Mitgliedern in Niedersachsen und Bremen aktiv. Die meisten Mitglieder engagierten sich in größeren Städten wie Hannover, Göttingen oder Lüneburg.

Die Eltern liefen bei den Schülerdemos mit, vernetzten sich mit den Jugendlichen und verbreiteten deren Forderungen in der Öffentlichkeit weiter, erläuterte Meike Wunderlich aus Lüneburg. Die 42-jährige Umweltreferentin und Mutter von drei kleinen Kindern hat die Lüneburger Ortsgruppe gegründet. «Wir sind aber nicht die Redenschreiber», betonte sie. Wunderlich findet, dass die Klimaschutz-Initiative hauptsächlich eine Schülerbewegung bleiben sollte: «Weil wir das als Erwachsenen-Generation bisher nicht richtig
hingekriegt haben, und die Jugendlichen anders an die Sache herangehen.»

In Protest der Jugendlichen sehen beide Initiatoren eine große Chance. Die Kinder handelten aus dem Bewusstsein heraus, die letzte Generation zu sein, die eine Klimakatastrophe noch abwenden könne, sagte Dörrie. Eine Erderwärmung von mehr als drei Grad bis Ende des Jahrhunderts hätte für ihre Generation bereits spürbare Folgen. Dagegen nähmen Ältere den Klimawandel oftmals als abstraktes Problem wahr, betonte Wunderlich: «Der Handlungsdruck ist nicht in demselben Maße da.» Erst durch die Proteste der Kinder werde einigen Eltern richtig bewusst, welche existenziellen Konsequenzen ihren Kindern drohten, wenn jetzt nicht gegensteuert werde.

Deshalb wolle sich die Initiative mit den Schülern solidarisieren. «Wir helfen, wo wir gebraucht werden,» sagte Dörrie. Meistens gehe es dabei um Praktisches: Ordner-Armbinden nähen oder die Technik-Anlage im Auto zur Schülerdemo bringen. Doch es gehe noch mehr, finden die Initiatoren: Damit die Politik ihre Verpflichtung zum Pariser Abkommen einhalte, müssten sich auch mehr Erwachsene einmischen. Ein globales Problem erfordere eine globale Antwort, betonte Dörrie.

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