Das Interesse nach alternativer Mobilität in Hameln steigt.

E-Mobilitäts- und CNG Stammtisch Weserbergland

Dominik Dörrie

Nicht zuletzt durch die Belastung der Gesundheit durch Stickstoffemissionen sind alternative Antriebe ein Gesprächsthema in Hameln. Seit einigen Jahren gibt es im Papa Hemmingway ein regelmäßiges Anwendertreffen, um sich unverbindlich und ungezwungen über umweltfreundliche Mobilität auszutauschen. "Wir sind inzwischen so viele geworden, dass wir in einen größeren Raum umziehen werden", freut sich Reza Amiri.

Der Inhaber/Geschäftsführer des bekannten Pubs ist gleichzeitig einer der Initiatoren des öffentlichen Stammtisches E-Mobilität. Vor gut drei Jahren hat er sich das erste Elektroauto gekauft und ist seit dieser Zeit von der neuen Technologie überzeugt. "Keiner wusste aber so richtig Bescheid", musste Amiri damals feststellen. Um das zu ändern und Interessenten zu informieren, lädt er seit 2016 zu einem monatlichen Anwenderstammtisch in sein Lokal ein.

"Hier gibt es alle praktischen Informationen und Tricks, die man wissen muss", verrät Georg Neulen. Als einer der ersten Elektroautofahrer in Hameln kann Neulen einen langen Zeitraum überblicken und berichtet gerne von seinen vielen Erfahrungen auch zum Thema Erneuerbare Energien und Klimaschutz.

Von Anfang an dabei ist auch Gerhard Bottesch. "Seit einigen Monaten kommt endlich Bewegung in den Markt", stellt der Mitinitiator des Stammtisches fest: "Die Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen steigen." Zwar leider immer noch auf einem niedrigen Niveau, aber im Stadtbild begegneten einem in der letzten Zeit mehr Elektroautos.

Nicht nur bei den elektrischen Fahrzeugen scheint die Nachfrage zu steigen, sondern auch bei weiteren alternativen Antrieben wie CNG sei ein Aufwärtstrend zu spüren, weiß Dominik Dörrie. „CNG (Compressed Natural Gas) bezeichnet den Kraftstoff, mit dem ein Verbrennungsmotor zu 100% erneuerbar betrieben werden kann, aber verbreitet nur als Erdgas bekannt ist“, erklärt der Berater für nachhaltige CNG-Mobilität.

Das fossile Erdgas könne inzwischen durch drei erneuerbare Quellen (Biomethan, synthetisches Methan, Wasserstoff) ersetzt bzw. ergänzt werden. „Je nach regenerativem Anteil kann ich heute meinen fossilen CO2-Ausstoß mit CNG als Kraftstoff bis zu 100% reduzieren“, führt Dominik Dörrie aus Bevern weiter aus. Da inzwischen schon bis zu 20% regeneratives Methan im Erdgasnetz vorhanden sei, entspräche die Bezeichnung Erdgas einfach nicht mehr der Realität.

Der Begriff CNG dagegen umfasse die als Kraftstoff gebräuchlichen, komprimierten Naturgase und solle aber nicht mit Autogas, einem fossilen Nebenprodukt aus der Mineralölindustrie, verwechselt werden.

Elektro- und CNG-Mobilität bedeuten schon heute klimafreundliche Fortbewegung und sind Teil der Verkehrswende. Auch zur Reduzierung von Stickoxiden (NOx) tragen beide Antriebsformen erheblich bei (CNG: minus 90% weniger NOx als bei Dieselfahrzeugen) und können daher zusammen eine Lösung der Dieselabgasproblematik sein.

In Planung ist nun ein paralleles Anwenderforum für die CNG-Fahrer in Hameln, dass zeitgleich mit dem E-Mobilitätsstammtisch stattfinden soll.

Der Stammtisch beginnt jeden 2. Donnertag um 18 Uhr im Papa Hemmingway. Alle Interessenten an einer nachhaltigen Mobilität im Weserbergland sind herzlich eingeladen.

Text Dominik Dörrie
www.dorrie.eu