BürgerEnergieWende Schaumburg e.V. besucht beispielhafte Biogaskleinanlage

Feststoff-Biogasanlage

Dominik Dörrie

Noch kurz vor Weihnachten 2017 widmete sich die BürgerEnergieWende Schaumburg e.V. BEnW dem Thema nachhaltige sowie lokale Biogasnutzung und organisierte eine Exkursion zu einer Feststoffsubstrat-Vorzeigeanlage im benachbarten Nordrhein-Westfalen.
Die 7 Interessenten fuhren gemeinsam in einem Fahrzeug – im Sinne des Klimaschutzes - in das ländlich
gelegenen Delbrück / OT Boke und traffen Oliver Klein auf seiner bäuerlichen Biogasanlage.

Der Geschäftsführer der Firma BioTec NRW GmbH betreibt auf seinem Hof eine sogenannte Biogas-Kleinanlage auf Feststoffsubstratbasis, die sich grundlegend von der weitläufig bekannten Gülle- oder
Maisvergärung unterscheidet. Genutzt werden vor Ort anfallende landwirtschaftliche Reststoffe wie klassischer Mist und Grünschnitt, aber auch Landschaftspflegereste in Form von Gras von Naturschutzflächen, erklärt der Anlagenbetreiber.

 

“Die in dem vergleichsweise hohen Trockenmassegehalt von über 15 - 16 % gespeicherte Energie eignet sich ideal, um mit einem hohen Wirkungsgrad wirtschaftlich Strom und Wärme für den eigenen Hof zu produzieren”, zeigt sich Klein begeistert und betont, dass es ihm wichtig sei, durch die selbst erzeugte Energie unabhängig von den steigenden Öl- und Gaspreisen zu sein.

Christian Deterding von der Herstellerfirma Firma DeNaBa GmbH hat bereits mehrere Biogasanlagen dieser Art für kleine landwirtschaftliche Betriebe - viele mit Tierhaltung auf Stroh - entworfen und die Realisierung begleitet. Deterding ist Landwirt und weiß wovon er spricht: “Kleinanlagen bieten sich besonders durch optimale Nutzung der Feststoffe, die leichte Bedienbarkeit mit den auf dem Hof vorhandenen Maschinen und den geringen Platzbedarfs an.” Sogar
Nebenerwerbsbetriebe und Biobauern sowie kleinere Kommunen können Biogas-Kleinanlagen einsetzen, ist sich der Wiedensahler sicher.
 


Von Vorteil ist vor allem, dass die kleine Anlagengröße mit einer einzigen wöchentlich Fütterung einen fest planbaren und überschaubaren Arbeitsbedarf bietet. Täglich sind zwar Kontrollen durch Sicht erforderlich, auch muss ein Filter täglich gereinigt werden, aber all dies erfordert nur einen geringen Zeitaufwand. Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten arbeitet die Biogas-Kleinanlage laut Klein nun seit Jahren wirtschaftlich mit einem Jahresumsatz von 137.000 EUR. Allerdings wird auf dem Betrieb kein Vieh gehalten, so dass rund 52.000 EUR Substratkosten für den Kauf von Festmist jährlich entstehen. Das Landschaftspflegematerial kann der Anlagenbetreiber unentgeltlich von der in der Nähe gelegenen Ökologischen Station beziehen.

Im Ergebnis wurde deutlich, dass mit dieser Biogas-Kleinanlage nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz bei der Energieerzeugung geleistet wird, sondern auch eine ökonomische Wertschöpfung für den Betrieb gesichert ist.
 

Biogas aus Reststoffen!

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